08
January

On Tour ist die Sammelkategorie für Reiseberichte von Teammitgliedern zu allen relevanten Conventions und Events, zu denen wir uns auf den Weg gemacht haben. Vielleicht ist ja auch etwas für euren nächsten Ausflug dabei.

Die Geburt einer neuen Convention mitzuerleben, ist sicher etwas ganz Besonderes: Vom 9.-11. Dezember fand vergangenes Jahr erstmals die Epiccon in Deutschland statt. Der Veranstaltungsort dürfte eingefleischten Messebesuchern dabei nicht unbekannt sein, denn dieser war die Frankfurter Messe, in der sich auch viele Japanfans im Rahmen der dortigen Buchmesse versammeln. Zumindest bei mir sorgte dies bereits für das Aufkommen von Nostalgiegefühlen.

HalleLasergameNintendo-Stand

Familiäre Convention im Getümmel einer Großstadt

Zugegeben: Zur Frankfurter Buchmesse werden die Hallen doch etwas mehr herausgebrezelt. Der Veranstaltungsort der Epiccon erinnerte da eher an eine Lagerhalle. Für einige Fotografen dürfte dies ein Manko gewesen sein, denn obwohl die Veranstalter ihnen viel Platz ließen, fielen Beleuchtung und Ambiente sehr mager aus. Da die Convention im Dezember stattfand, war man auch nicht gewillt, sein fotografisches Glück draußen zu suchen. Auch in Sachen Ton & Schall hätte man einiges besser planen können: Viele gleichzeitig stattfindende Auftritte überhallten sich gegenseitig, was auch die Bühnendarsteller aus dem Konzept zu bringen schien. Natürlich brachte die große Location nicht nur Nachteile mit sich. Man konnte wunderbar und ohne Gedränge durch die Gänge laufen und sich in aller Ruhe das Händlerangebot ansehen – noch nie konnte ich auf einer Convention so entspannt einkaufen. Und auch den kleinen Hunger konnte man durch die Vielfalt und räumliche Verteilung ohne langes Anstehen stillen, aber dazu später mehr. Die Workshops fanden zwei Stockwerke über der Halle statt.

JapanComicsCosplayMatsuriMerchandiseFood

Viele Themenbereiche und ein großes Angebot hat uns die Epiccon versprochen, doch konnte sie mit den etablierten Cons mithalten?

Japan

Diverse Händler und Vereine versuchten dem Besucher das Land der aufgehenden Sonne näherzubringen. An den Ständen gab es Yukata, Geta, Bentou und diverse andere japanische Produkte zu erwerben – noch mehr, als ich es von anderen Cons kannte. Zudem konnte man an Stände japanische Spiele wie Go spielen oder sich im Kendo probieren.

Matsuri

Praktisch in dieselbe Kerbe schlägt der Matsuri-Bereich, der allerdings optisch mit japanischen Möbeln, die teilweise zum Verkauf standen, aufgehübscht war. Dort konnte man Plastikfische angeln oder Teezeremonien beiwohnen. Auf der Bühne spielten unter anderem Japaner traditionelle Musik oder es traten Tanz- und Theatergruppen auf.

Comic

Na gut, wer Comics auf der Epiccon kaufen wollte, konnte lange suchen – Manga gab es allerdings zuhauf. Außerdem zeigten viele Vereine, womit sie sich in ihrer Freizeit so beschäftigen: So brachten die Ghostbusters Deutschland beispielsweise ihren Ecto-1 mit und die 501st Legion posierte vor einer Star-Wars-Fotowand als Stormtrooper.

Merchandise

Über 100 Aussteller? So viele waren es dann doch nicht, aber das Angebot war trotzdem ausreichend. Von Kostümen über Merchandise bis hin zu aus Japan importieren Snacks gab es alles, was das Herz begehrte. Auffallend viele Händler nahmen dabei eine weite Anreise in Kauf. Ein Figurenverkäufer aus Italien wollte statt Geld trotzdem lieber Magic-Karten als Bezahlung.

Cosplay

Auf einer Convention darf man die Cosplayer natürlich keinesfalls außer Acht lassen – mit ihren Kostüme tragen sie immerhin entscheidend zum Convention-Flair bei. Neben verschiedenen Photo-Stations, an denen sich Cosplayer ablichten lassen konnten, gab es diverse Workshops und Wettbewerbe auf der Cosplaybühne.

Food

Ramen, Melonpan, Onigiri, Sushi, Dango, Matcha-Tee … oder einfach normale Brötchen: Das Angebot war breiter gefächert als auf den meisten anderen Conventions hier in Deutschland. Gegen einen Obolus konnte man sogar lernen, wie man dieses zubereitet. Über die angekündigten Okonomiyaki hätte ich mich aber trotzdem gefreut.

Play

Außer den Themenbereichen gab es noch die Play-Area, wo man sich auf ein Lasergame einlassen oder im Rodeo versuchen konnte. Auch Konsolenfreunde konnten sich virtuell ordentlich aufs Fressbrett geben.

Ehrengäste

Als Stargäste bot die EpicCon vor allen deutsche und ausländische Cosplayer, mit denen man sich austauschen konnte. Auch diverse Fan-Künstler waren mit Ständen vertreten. Ebenso Christina Plaka, die mit Prussian Blue ihre Karriere als deutsche Mangaka 2002 begann. Als Kontrast dazu hat man sich mit Pasquale Qualano, Alberto Ponticelli und Emanuel Simeoni ebenso drei Comiczeichner eingeladen. Besonders angetan hat es uns aber Evil Ted, der in seinen Workshops über die Filmindustrie und die Herstellung von Schaumstoff-Modellen erzählte. Auch wenn er seine Erfüllung beim Streamen auf Twitch & Youtube gefunden hat, arbeitete der Requisitenmacher an vielen großen Filmprojekten wie Titanic oder Die Tribute von Panem mit.

Plus Minus
  • prestigereiche Location / gut angebunden
  • übersichtlich gestaltet
  • breites Angebot an Shops & Speisen
  • keine langen Anstehzeiten
  • interessante Play-Area
  • erschwinglicher Eintrittspreis
  • wenig Beleuchtung, dunkel
  • typischer Lagerhallenfair
  • Bühnen übertonen sich gegenseitig
  • mehr angekündigt als realisiert
  • wenig abwechslungsreiches Programm

Alles in allem bin ich überzeugt, dass die Epiccon großes Potenzial birgt, und das liegt sicher nicht nur an der Location: Die Berücksichtigung US-amerikanischer Popkultur und der internationale Touch der Convention empfand ich auf jeden Fall mal als etwas anderes und was gewisse Punkte angeht, können sich auch größere Cons durchaus eine Scheibe abschneiden, auch wenn man Programmpunkte wie Shinji Schneider sicher nicht nur hier im Programm findet.

Schaut auch in unserer Bildergalerie vorbei.

Yaya

Yaya geistert auf jedweden Conventions mit oder ohne Cosplay rum und berichtet nicht nur von dort, sondern allgemein über Nerd-Kram.

Website: peachcake.moe/

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