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January

Die Anime-Kolumne: »Fast Heroes Sixty« - Director Klaus Cheng Schuh im Gespräch

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Genauso vielseitig wie Anime will auch die Anime-Kolumne sein, die sich Teilaspekte aus dem Kosmos herausnimmt und mit Witz analytisch auf dem Grund geht. Das Ergebnis ist dabei offen, interessant wird es aber allemal – wenn nicht, dann lasst es uns wissen.

Schnelle, heiße, klebrige Snacks & Freundschaften – ein Anime-Projekt aus der deutschen Szene für die deutsche Szene: »Fast Heroes Sixty« greift die typischen Klischees der RTL-II-Anime aus den 90ern und frühen 2000ern auf und persifliert sie mit vielen Nahaufnahmen und Dialogwitz. Ein Wohlfühl-Anime mit den Sprechern unserer Kindheitshelden eben. Auf der Suche nach Hintergrundinfos (und einer warmen Mahlzeit) hat sich Dimbula mit dessen Director Klaus Cheng Schuh zusammengesetzt.

Fast Heroes Sixty - Szene 1Sowohl Director Klaus Cheng Schuh, Drehbuchschreiberin Aika Soy als auch Tontechniker Stephan Schelens und Patrick Puszko arbeiten nicht hauptberuflich an der Animation. »Wenn ich im Studio für andere Serien animiere, saß ich schon mal in der Mittagspause auf dem Klo und habe an »Fast Heroes Sixty« gearbeitet«, verriet Klaus Cheng Schuh. Es geht ihnen darum, den Berufsfrust irgendwie zu verarbeiten. Erinnert ihr euch beispielsweise an die Szene in Folge 3 als Croissant sich mithilfe ihrer Pizzakräfte in eine sexy Lady verwandelte, worauf sich die Intendantin beschwerte und ein Redesign als Würfel verlangte? »Würden wir nicht in der Branche arbeiten, wäre die Serie nicht so kaputt«, kommentierte Schuh die Szene. Anarchie! Anarchie! Anarchie!

Fast Heroes Sixty - Sabine BohlmannBevor’s aber ans Animieren geht, wird in der Früh zunächst Sabine Bohlmann (Sailor Moon) vom Hauptbahnhof abgeholt. Kurz noch einen Kaffee getrunken, um Zeit zum Bearbeiten des Drehbuchs und für die Vorbereitungen im Synchronstudio rauszuholen, geht’s ins Synchronstudio in einem Industriegebiet in der Nähe von Stuttgart. Dann geht alles ganz schnell. Sich den Input der erfahrenen Synchronsprecher zu Nutze machen. Ihr versteht? Doch Sabine Bohlmann überhaupt im Studio stehen zu haben, damit hat er nicht gerechnet: »Als ich bei ihrer Agentur anrief, dachte ich mir, man hält mich sicher für einen verrückten Anime-Fan, der irgendwas von ihr haben will«, erzählte Schuh. Doch der Anruf öffnete der Produktion einige Türen: Neben Sabine Bohlmann sprechen in Staffel 2 noch Caroline Combrinck (Ash Ketchum) und Dominik Auer (Inuyasha) mit. Aber einer fehlt: Son-Goku-Sprecher Tommy Morgenstern. »Ich zahl auch noch mal drauf«, scherzte der gelernte Werbeanimator.

Fast Heroes Sixty - Szene 2Aber wie kam es eigentlich, dass die Episoden im Gaming-Magazin »Game Two« liefen? »Plötzlich hieß es, wir sollen mal auf die Gamescom kommen, und selbst unser Produzent weiß nicht mehr, wie es dazu kam«, meinte Schuh auf die Frage. Die Idee zu »Fast Heroes Sixty« entstand im Rückenwind von Funk, dem jungen Angebot von ARD und ZDF, durch Fördergelder des Webvideo-Förderprogramms Wigo des Medienboards Berlin-Brandenburg. Bei dessen Produktionsfirma Planet Polywood, einer Agentur für Werbeanimationen, arbeitet Klaus Cheng Schuh freiberuflich. »Man wollte sich an serienbasierten Konzepten ausprobieren«, hieß es. Für Staffel 2 blieb nun allerdings ein Filmförderung aus, weshalb das Projekt für Schuh vor allem eins ist: ein teures, zeitintensives Hobby

Fast Heroes Sixty - im SynchronstudioMittlerweile stehen die Signale allerdings wieder auf Grün. Zum Jahresende entschied das Medienboard Berlin-Brandenburg zu Gunsten einer dritten Staffel die deutschen Anime-Kurzserie mit 38.000 Euro zu fördern. Zum Vergleich: Shirobako-Produzent Takayuki Nagatani wies die Kosten für eine Folge der Behind-the-Scenes-Animeserie mit 150.000 Euro aus. Was uns für Überraschungen für Staffel 3 erwarten werden? Im Sommer geht’s für Klaus Cheng Schuh nach Japan. Wie die Kunstschaffenden dort wohl auf sein Projekt reagieren werden?

Fast Heroes Sixty - Szene 3Doch zunächst steht Staffel 2 an und mit einer ganzen Folge Kickers-Fußballtricks begannen die Arbeiten daran auch gleich mit jeder Menge Aufwand. Und was noch? »Brüste sind unheimlich schwer zu animieren … und Verwandlungen!«, ergänzte der Director des Projekts. „Doch diesmal verdeckt das Compositing viele hässliche Stellen und es schaffen weniger Roughanimationen in die fertige Folge“, hieß es weiter. Und was hat der Meister sonst noch so für Ideen? »Irgendwann will ich noch unbedingt ‘ne Musical-Folge machen. Das ist fast schon zu gebraucht, aber es muss sein. Dann sing ich auch mit!«, hieß es von Klaus Cheng Schuh.

Staffel 2 feiert kommenden Freitag, 1. Februar, bei Rocket Beans TV im Gaming-Magazin »Game Two« Premiere.

Dimbula

Dimbula ist hier Mädchen für alles, wenn er mal gerade nicht Manga liest, J-Musik hört oder Final Fantasy zockt.

Website: twitter.com/ItsDimbula

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