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March

Ersteindruck: Darling in the Franxx – Mecha-Action in neu

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Warum immer auf eine Review nach Abschluss der Serie warten, wenn man sich schon nach der ersten Episode beziehungsweise dem ersten Band einen Eindruck bilden kann? Da setzt Ersteindruck an und gibt schon einmal einen Ausblick darauf, ob es sich lohnt, dem Anime oder Manga eine Chance zu geben oder nicht.

Darling in the Franxx
Titel: Darling in the Franxx
Genre: Action, Mecha
Studio: A-1 Pictures, Trigger
Release: 2018
Folgen: 24 à 24 Minuten
Publisher: Crunchyroll
Preis: im Simulcast-Abo

(Basis für diesen Ersteindruck sind die ersten vier Folgen.)

Es mag abgegriffen sein, jeden Mecha-Anime mit Neon Genesis Evangelion zu vergleichen. Aber bei Darling in the Franxx ist das anders. Denn der federführende Regisseur Atsushi Nishigori hat nicht nur den visuellen Stil von Gurren Lagann – der erfolgreichsten Mecha-Story nach Evangelion – als Charakterdesigner mitgeprägt, Studio Trigger hat mit Gründer Hiroyuki Imaishi – Key-Animator bei NGE und Regisseur bei Gurren Lagann – einige Verbindungen zu Evangelion-Studio Gainax. Mit an Bord ist mit A-1 Pictures aber auch eines der bewährtesten Studios der Neuzeit. Kann diese Rechnung aufgehen?

(Zusammenfassung)

Die ferne Zukunft: Die Menschheit errichtete die mobile Festungsstadt Plantation inmitten des zerstörten Ödlands und die Zivilisation begann erneut zu sprießen. Innerhalb der Stadt befinden sich die Pilotenquartiere namens Mistilteinn, auch bekannt als Vogelkäfig. Hier leben die Kinder ... Ohne Kenntnis der Außenwelt und unwissend ob der Endlosigkeit des Himmels. Ihre einzige Aufgabe im Leben ist der Kampf.

Ihre Gegner sind mysteriöse Organismen namens Kyoryu. Die Kinder steuern die mächtigen Franxx-Roboter, um dem Feind entgegen zu treten, denn dies halten sie für ihren einzigen Existenzgrund. Unter ihnen ist ein Junge, der einst als Wunderkind galt: Codenummer 016, Hiro. Jedoch wird er nun als Versager und nutzlos angesehen. Jene, die keinen Franxx steuern können, existieren quasi nicht.

Eines Tages taucht ein mysteriöses Mädchen namens Zero Two vor Hiro auf. Aus ihrem Gesicht ragen zwei verführerische Hörner.

„Ich habe dich gefunden, Darling.“

Plus Gut: Zwei Hälften ergeben ein Ganzes

Darling in the Franxx - Frame 1Was haben Darling in the Franxx und A Place Further Than The Universe gemeinsam? Offensichtlich nichts, außer dass beide in der Winterseason starteten. Klar, man könnte jetzt Parallelen zwischen den Eiswüsten der Antarktis und der weitläufigen Schuttwüste der Postapokalypse ziehen, aber darum geht es mir nicht. Mir geht es nämlich um die gut geschriebenen Oberschulcharaktere und die tiefgründigen menschlichen Beziehungen zwischen ihnen. Denn in der Welt von Darling in the Franxx werden dessen Mecha-Piloten in möglichst symbiotische, heteronormative Paare eingeteilt. Im Fall von Hitzkopf Zorome und seiner Partnerin Miku funktioniert das – auch wenn Zorome lernen muss, dem Mädchen zuzuhören. Doch Teamleiterin Ichigo würde sich am liebsten mit Hiro verbinden statt mit Goro. Eine Metapher auf menschliche Beziehungen, in einer Welt, wo die Synchronität maßgeblich für die Kampfkraft und damit die Überlebenschance ist.

Mixed Durchmischt: Mecha-Anime in Zeiten nach Gainax

Darling in the Franxx - Frame 2

Es fängt an bei den Einstellungsgrößen, geht weiter über das Sounddesign und endet bei den Thematiken und sprachlichen Bildern. Eins ist klar, Darling in the Franxx hat sich von Neon Genesis Evangelion mehr als nur inspirieren lassen. Aber welche Hybrid-Mecha-Serie hat das nicht. Was neu ist, sind die Mädchen-Jungen-Gespanne in Magical-Girl-artigen Robotern, von denen nun das Schicksal der Menschheit abhängt. Na dann prost Mahlzeit! Seinen Stempel hat Studio Trigger dem Werk natürlich schon aufgedrückt. Die exzentrischen Designs stehen für Trigger wie für kein anderes Animationsstudio und das actionlastige Storytelling kommt wie gewohnt mit einer unterschwelligen Botschaft daher.

Minus Schlecht: Sex sells

Darling in the Franxx - Frame 3

Der ganze Anime ist quasi eine Metapher für Sex – und das nicht einmal subtil. Denn um die Riesenroboter ans Laufen zu kriegen, verbinden sich Mann und Frau zunächst zu einer Einheit à la Pacific Rim, wobei die Frau vorne im Cockpit auf allen Vieren kniet, während der Mann hinter ihr sich an den Handgriffen festhält, die an ihrem Arsch befestigt sind. Mehr Beispiele gefällig? Die männlichen Piloten sind benannt nach den männlichen Reproduktionsorganen der Pflanzen – den Staubblättern – und die Pilotinnen entsprechend nach den weiblichen Reproduktionsorganen – den Stempeln. Trotz dessen driftet Darling in the Franxx noch lange nicht ins Lächerliche ab. Vielmehr scheint es so, als will uns die Serie etwas über Teenager und deren Sexualität sagen: Hiro jedenfalls interessiert sich weder für Mechs noch dafür, dass die Wilde Zero Two all ihre Partner auf dem Gewissen hat, er mag einfach Zero Two, so wie es ein pubertierender Tennager tut.

Fazit:

Statt Worldbuilding betreibt Darling in the Franxx in seinen ersten Folgen vor allem Characterbuilding. Das kann verwirren – immerhin ist der Anime immer noch im weitesten Sinne dem Scifi-Genre zuzuordnen. Den Vergleich zu Neon Genesis Evangelion sucht man bei Studio Trigger trotzdem und in der Hoffnung, dass der Anime noch eine tiefere Botschaft hat als „Heranwachsende sind ein schwieriges Thema“, sprechen wir an dieser Stelle eine eingeschränkte Empfehlung aus.

Chris

Chris hat ordentlich was für Anime, Manga, Comics und Games übrig und hat es sich als erfolgreicher Non-Content-Creator vor allem in unserem Podcast breitgemacht.

Website: twitter.com/ChrisAliuz

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