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February

Playlists - Episode 20: Die musikalischen Highlights der Winterseason 2020

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Playlists ist unser J-Pop- und Anime-Musikformat, das euch 15 Minuten lang Animemusik auf die Ohren haut. Das Beste daran: Mögt ihr ein Lied aus der Playlist, mögt ihr wahrscheinlich alle, denn bei jeder Folge ist ein einheitliches Thema vorgegeben.

Als Fan von Jazz-Klängen und verwandten Genres wie Funk und Fusion hab ich natürlich ein großes Herz für japanischen Hip-Hop. Umso mehr, wenn sich aus einem Hip-Hop-Track mit catchigen Animationen das erste größere Anime-Meme des Jahres entwickelt. Eine bewusste Entscheidung war es auch Sho Watanabe, der bereits das Opening zu »Puella Magi Madoka Magica« neben anderen ClariS-Songs und »oath sign« von LiSA komponierte, auf »Gomakashi« anzusetzen – das Opening des Spin-offs »Magia Record: Puella Magi Madoka Magica Side Story« von TrySail. Unter den Songs, die ich euch heute vorstelle, haben es aber vor allem die Kopfstimmen-Fanatiker und Wasteland-Gitarristen geschafft – und nein, TK from Ling Tosite Sigure ist nicht dabei – und damit willkommen bei Playlists!


chelmico - Easy Breezy

Erscheinungsort: Opening zu »Keep Your Hands off Eizouken«

Album: kein Album-Release

Genre: J-Rap, Hip-Hop, Elektropop

Chartplatzierung: noch kein Single-Release

Das erste große Meme des Jahres, also? Masaaki Yuasa hatte schon immer die Angewohnheit seinen Animatoren viel Freiraum zu lassen und das gilt auch für die Interpreten seiner Titelsongs – oft Newcomer wie hier. Hat euch die verzerrte Gitarre am Anfang auch an Borderlands’ Intro-Sequenz erinnert? Das denke ich mir schon immer bei dem Soundtrack des Anime, der den reichen Fantasiewelten kontrastierend gegenübersteht. Aber zu »Easy Breezy« – ein Song, der durch seine wilden Kombinationen von einstimmigen und mehrstimmigen Rap-Parts, seinen Kicks, Snares und seiner Hit-Hat im Sechzehntel-Raster und jeder Menge Soundeffekte überladen zu wirken droht. Aber nur fast und das ist die Magie. Denn der Schwung aus der Strophe wird in die gesungene Hook direkt mitgenommen und das gefällt mir so an dem Song.


Sou - Mr. Fixer

Erscheinungsort: Opening zu »ID: Invaded«

Album: kein Album-Release

Genre: J-Pop, Utaite

Chartplatzierung: kein Single-Release

Sou hört man seine Ursprünge in der japanischen Vocaloid-Coversänger-Szene definitiv an. Ich habe die Szene selbst eine Zeit lang aktiv verfolgt. Deren Songs sind meist auffallend unruhig und laut – so wie »Mr. Fixer« halt. In die Klavierspur mischen sich kurze Sechzehntelnoten mit Achtel- und Viertelnoten in teilweise schnellen Klavierläufen vorwärts und rückwärts. Das bietet sich auch an, wenn man nahezu die gesamte Bandbreite an Klaviertönen bespielt. Mir gefallen auch die einzelnen Trommelwirbel und leisen Gitarren- und Bass-Klänge zur Akzentuierung. Sous ruhige, nasale Gesangsstimme wirkt dagegen, als würde sie gegen das Klavier ansingen – im Refrain und in der Bridge sogar in der Kopfstimme. Schöner Kontrast, allerdings ist es nicht die Stimme, die diesen Song trägt.


Vickeblanka - Black Catcher

Erscheinungsort: 10. Opening zu »Black Clover«

Album: DeVil (2020)

Genre: J-Pop, Alternative Rock

Chartplatzierung: kein Single-Release

In der Popmusik hält seit einigen Jahren ein regelrechter Hype um die Mittelstimme an – siehe Adele. Es handelt sich dabei um jenes Tonregister, das sowohl mit der Brust- als auch der Kopfstimme gesungen wird und nötig ist, um bruchfrei in Brust- und Kopfstimme zu wechseln. Diesen Hype bedient Vickeblanka mit »Black Catcher« ebenso wie schon zuvor mit dem dritten Opening der Shōnen-Serie »Black Clover«, dem der 32-jähige Singer-Songwriter seinen Durchbruch zu verdanken hat, und ich find’s klasse. Immer noch singt er den Refrain in der Kopfstimme und dupliziert leicht versetzt die Gesangsspur für einen künstlichen Hall darüber. Neu ist das Zusammenspiel zwischen Piano und Schlagzeug, bei dem das Piano immer wieder kräftig im Off-Beat zwischen die Töne des Schlagzeugs haut – ganz im Gegensatz zu dem Klaviereinstieg in Moll – und ich steh voll drauf.


MIYAVI - Other Side

Erscheinungsort: Ending zu »ID: Invaded«

Album: No Sleep Till Tokyo (2019)

Genre: J-Rock, Alternative Rock, Elektropop

Chartplatzierung: kein Single-Release

Sich einen Song von Japans Export-Gitarristen Nr. 1 zu lizenzieren, ging schon für den Mystery-Anime »Kokkoku« (2018) auf. Warum also das Ganze nicht noch mal probieren? »Other Side« passt zu Miyavis Songs, die gesellschaftliche und emotionale Missstände anprangern, und ich mag diese Linie. Ein übermäßig verzerrtes Gitarrenheulen hinter einem Angriff auf Egoismen auf lyrischer Ebene zu legen, ist einfach immer eine gute Idee und Miyavi verfügt längst über das nötige Skillset, um daraus einen fetzigen Elektropop-Song zu produzieren. Ein paar verschiedenartige Clap-Geräusche hier und da, etwas Rap in der Strophe, ein Drop zum Refrain und von Zeit zu Zeit etwas Scream in die Stimme legen. Rundum eine solide Produktion gerade mit den hallenden Backing-Vocals im dritten und letzten Refrain.


Was lief sonst noch: TrySail - Gomakashi • TK from Ling Tosite Sigure - Chou no Tobu Suisou • BURNOUT SYNDROMES - PHOENIX • fripSide - final Phase

Wie gefällt euch die Auswahl? Sind eure Lieblinge dabei? Noch mehr Anime-Musik findet ihr in unserer Playlist bei Spotify.

Dimbula

Dimbula kriegt in der Woche so einiges gestemmt, wenn er gerade nicht Nisioisin liest, japanischen Rap hört oder Final Fantasy zockt.

Website: twitter.com/ItsDimbula

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