{"id":14225,"date":"2019-08-18T19:13:05","date_gmt":"2019-08-18T17:13:05","guid":{"rendered":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/2019\/08\/18\/die-anime-kolumne-magical-girl-spec-ops-asuka-ein-historischer-blick-auf-das-genre-2\/"},"modified":"2023-12-16T23:03:11","modified_gmt":"2023-12-16T22:03:11","slug":"die-anime-kolumne-magical-girl-spec-ops-asuka-ein-historischer-blick-auf-das-genre-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/2019\/08\/18\/die-anime-kolumne-magical-girl-spec-ops-asuka-ein-historischer-blick-auf-das-genre-2\/","title":{"rendered":"Die Anime-Kolumne &#8211; \u00bbMagical Girl Spec-Ops Asuka\u00ab \u2013 ein historischer Blick auf das Genre"},"content":{"rendered":"<p><em>Genauso vielseitig wie Anime will auch die Anime-Kolumne sein, die sich Teilaspekte aus dem Kosmos herausnimmt und mit Witz analytisch auf dem Grund geht. Das Ergebnis ist dabei offen, interessant wird es aber allemal \u2013 wenn nicht, dann lasst es uns wissen.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Anime aus dem Magical-Girl-Genre erfreuen sich schon seit mehr als einem halben Jahrhundert gro\u00dfer Beliebtheit. Immer wieder sehen wir wie junge M\u00e4dchen von den unterschiedlichsten Entit\u00e4ten magische Kr\u00e4fte erlangen, alleine oder im Team k\u00e4mpfen, bevor ihre Reise im Erf\u00fcllen ihrer vorgesehenen Aufgabe ein Ende nimmt. Man k\u00f6nnte von einem stetigen, erfolgsversprechenden Schema sprechen. Bis zur Anime-Winterseason 2019: Es zeigt sich \u00bbMagical Girl Spec-Ops Asuka\u00ab mit seinen kampferprobten Magical Girls, die bereits die Welt gerettet haben. Sein Plot dreht sich daher um die Frage: \u00bbWas kommt danach?\u00ab Ein neues Konzept? Oder doch nur ein weiterer Schritt in der Evolutionskette des Magiem\u00e4dchen-Genres?&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin-right: 2%;\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MagicalGirlAsuka4.jpg\" alt=\"MagicalGirlAsuka4\" width=\"40%\" \/>Um diese Frage beantworten zu k\u00f6nnen, blicken wir in der Geschichte des Genre zur\u00fcck bis ins 13. Jahrhundert. Zu dieser Zeit gab es noch keine Anime und Manga, wie wir sie heute kennen, jedoch wurden Geschichten auf gro\u00dfen Bildrollen festgehalten. Das erste Werk, was ein Magical-Girl zeigt, tr\u00e4gt den Namen \u00bbTales of Gisho and Gangyo\u00ab. Hier erlangt Zenmyo die F\u00e4higkeit, sich in allerlei Dinge zu verwandeln, um die Menschen zu retten. Ihr Ende findet sie, als sie sich in einen Stein verwandelt. In den 60er Jahren greift Fujio Akatsuka mit \u00bbHimitsu no Akko-chan\u00ab das Thema wieder auf.&nbsp;Der Manga wurde von 1962 bis 1965 ver\u00f6ffentlicht und bekam 1969 seine Anime-Adaption durch Toei Animation (\u00bbGegege no Kitar\u014d\u00ab, \u00bbSailor Moon\u00ab). In der Zwischenzeit wurde der Anime zum Manga \u00bbMaho Tsukai Sally\u00ab von Mitsuteru Yokoyama ebenfalls durch Toei Animation ver\u00f6ffentlicht. Beide grundlegenden Werke des Magical-Girl-Genres drehen sich um magisch begabte M\u00e4dchen, dessen Alltag stark durch ihre magischen F\u00e4higkeiten beeinflusst wird. Sie lassen sich dem Comedy-Genre unterordnen. In den 80ern wurde dann eine erste Ver\u00e4nderung des Genres sichtbar. Werke wie \u00bbMagical Angel Creamy Mami\u00ab (1983-1984), \u00bbMagical Idol Pastel Yumi\u00ab (1986) und \u00bbHime-chan no Ribbon\u00ab (1992-1993) setzten ihren Schwerpunkt auf Niedlichkeit und konzentrierten ihre Handlung nicht mehr alleine auf den von Magie beeinflussten Alltag, sondern auf fantastische Abenteuer. So reist zum Beispiel Yu in \u00bbMagical Angel Creamy Mami\u00ab in eine Fantasywelt, um ihre Kr\u00e4fte wieder zu erlangen, nachdem sie diese durch ein Missgeschick verloren hat. Von den Kriegerinnen, wie wir sie heute kennen, fehlte jedoch noch jede Spur.<em>&nbsp;<\/em><\/p>\n<p>\u00bbCutie Honey\u00ab (1973-1974) wagt den ersten Schritt in die uns bekannte Richtung. Zwar lagen die Kr\u00e4fte von Honey immer noch in der Verwandlung, doch konzentrierten sich ihre Abenteuer mehr auf die Bek\u00e4mpfung des B\u00f6sen. Regisseur Hiroshi Shidara baut 1979-1980 zusammen mit Toei Animation auf dem bis dahin Geschaffenen auf, indem er nach einer Idee von Shiro Jinbo das Werk&nbsp;\u00bbAngel, das Blumenm\u00e4dchen\u00ab produziert. Hier verwandelt sich die 12-j\u00e4hrige Lunlun mithilfe eines Blumenschl\u00fcssels in das Magical Girl Angel, um die sieben Blumen zu finden, mit dessen Hilfe sie die b\u00f6se K\u00f6nigin auf dem Planeten Flower stoppen kann. Sie wird begleitet von einem sprechenden Hund und einer sprechenden Katze, die vom eigentlichen K\u00f6nig Flowers entsandt wurden, um Angel zu unterst\u00fctzen. Als Gegner stellen sich ihr die Diener der b\u00f6sen K\u00f6nigin entgegen. Mangaka Naoko Takeushi verleiht dem Genre 1992 eine Spur mehr Dramatik: Ihr Werk \u00bbBishoujo Senshi Sailor Moon\u00ab l\u00f6st unter den Titel \u00bbSailor Moon\u00ab einen weltweiten Hype aus und wird dadurch ein wichtiger Teil der Globalisierung von Anime. Begleitet von einer sprechenden Katze muss Usagi, die sich in die magische Kriegerin Sailor Moon verwandeln kann, die Prinzessin des Mondes und den Silberkristall finden, um das dunkle K\u00f6nigreich aufzuhalten.&nbsp;Titel wie&nbsp;\u00bbWeeding Peach\u00ab (1994-1996), \u00bbJeanne, die Kamikaze-Diebin\u00ab (1998-2000),&nbsp;\u00bbCardcaptor Sakura\u00ab (1996-2000),&nbsp;\u00bbTokyo Mew Mew\u00ab (2000-2003),&nbsp;\u00bbDoremi\u00ab (1999-2003) und \u00bbPretty Cure\u00ab (2004-heute) orientieren sich an den Kriegerinnen in niedlichen Kost\u00fcmen, dessen Handlung Action, Comedy und Drama vereint. Eine lange Era brach an, in denen die Kriegerinnen alleine oder im Team die Welt vor ihrer Zerst\u00f6rung retteten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: right; margin-left: 2%;\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MagicalGirlAsuka3.jpg\" alt=\"MagicalGirlAsuka3\" width=\"40%\" \/>Nachdem 2004 \u00bbMagical Girl Lyrical Nanoha\u00ab, ein Spin-off zu \u00bbTriangle Heart\u00ab, seinen Inhalt zum Teil am erwachsenen Publikum ausrichtete, folgte 2011 der gro\u00dfe Umbruch des Genres mit \u00bbPuella Magi Madoka Magica\u00ab.&nbsp;Pl\u00f6tzlich gleicht das einst wortw\u00f6rtlich rosige Magical-Girl-Genre einem Horrorfilm. Niedliche Alltagsszenen mischen sich mit K\u00e4mpfen, die vor Brutalit\u00e4t und Grausamkeit nur so strotzen. Die psychische Belastung der Charaktere wird bis an ihre Grenze gebracht. Ein Imagewechsel, um das \u00fcber die Jahre \u00e4lter gewordene Publikum nicht zu verlieren?&nbsp;Von nun an teilte sich das Genre in zwei Bereiche: diejenigen, die wie&nbsp;\u00bbPuella Magi Madoka Magica\u00ab&nbsp;sein wollten, und diejenige, die an dem niedlichen Ursprung festhielten. \u00dcber die Jahre folgten kreative Ideen wie \u00bbMagical Girl Ore\u00ab (2012-2014), in denen sich die M\u00e4dchen in m\u00e4nnliche Krieger in Matrosen-Kleidchen verwandelten, oder \u00bbMagical Girl Site\u00ab (2013 bis heute), welcher Gore-Elemente einflie\u00dfen l\u00e4sst. Die Vielf\u00e4ltigkeit des Genres wird w\u00e4chst, doch von einer erneuten Evolution ist nach acht Jahren keine Spur.<\/p>\n<p>Angekommen in der heutigen Zeit bringt uns nun das Animationsstudio Liden Films (\u00bbAkashic Records of Bastard Magic Instructor\u00ab, \u00bbLove and Lies\u00ab) unter der Anleitung von Hideyo Yamamoto (\u00bbPrince of Tennis II\u00ab, \u00bbStrike the Blood\u00ab) die Anime-Adaption der 2015 bei Square Enix gestarteten Mangareihe \u00bbMagical Girl Spec-Ops Asuka\u00ab von Makoto Fukami (Drehbuch: \u00bbPsycho-Pass\u00ab) und Seigo Tokiya (Zeichnungen: \u00bbCrimezone\u00ab). Im Gegensatz zu den bisherigen Werken des Genres beginnt \u00bbMagical Girl Spec-Ops Asuka\u00ab seine Geschichte erst ab dem Zeitpunkt, nachdem die magischen Kriegerinnen die Welt bereits gerettet haben:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin-right: 2%;\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MagicalGirlAsuka2.png\" alt=\"MagicalGirlAsuka2\" width=\"40%\" \/>Die Magical Girls in \u00bbMagical Girl Spec-Ops Asuka\u00ab haben die Welt gerettet. Die Welt, aber nicht sie. Sie haben ihre Seelen einer anormalen Belastung ausgesetzt, ihre H\u00e4nde in Blut getr\u00e4nkt und viele Kameradinnen verloren. Dies scheint kaum jemanden zu interessieren, wie in mehreren Szenen innerhalb des Anime zu vernehmen ist. W\u00e4hrend die Magical-Girls in den bisherigen Titeln am Ende ihrer Reise ein gl\u00fcckliches Leben f\u00fchren (mit Ausnahme von Zenmyo, die als Stein endet), geht f\u00fcr Asuka und die Magical Five der Kampf weiter. Nicht nur der erneut aufkommende Kampf gegen die Disas, sondern auch der Kampf mit den Folgen ihrer traumatischen Erlebnisse.&nbsp;Schuldgef\u00fchle, PTBS und ihre mangelnde Reintegrationsf\u00e4higkeit in die Gesellschaft sind nur einige der Folgen, mit denen sie sich auseinandersetzten m\u00fcssen \u2013 ahnlich wie Soldaten, die aus dem Krieg zur\u00fcckkehren.&nbsp;Rapture, War Nurse und Co. sind der Bedeutung des Worts entsprechend ebenfalls Soldaten. Soldaten in niedlichen, figurbetonten Kost\u00fcmen, die viel Platz f\u00fcr Fanservice bieten. Da passt es ins Bild, dass die Magical Five im Gegensatz zu den bisherigen Magical Girls keine eigenst\u00e4ndig argierenden Individuen, sondern eine Sondereinsatzkr\u00e4fte des Milit\u00e4rs sind. Sie wurden extra f\u00fcr den Kampf gegen die Disas geschaffen. Dabei haben sie sich das Leben als Magical Girl niemals so brutal vorgestellt. Sie sahen in ihrer Kindheit doch die bunten Abenteuer im Fernsehen laufen. Entsprechend ersch\u00fctternd war die Realit\u00e4t und umso gr\u00f6\u00dfer ist der Wunsch danach, wieder ein friedliches Leben f\u00fchren zu k\u00f6nnen. Doch das Milit\u00e4r baut auf seine Sondereinheit, sodass der Kampf weitergeht. \u00bbMagical Girl Spec-Ops Asuka\u00ab l\u00e4sst sich daher als Magical-Girl-Titel umrahmt von milit\u00e4rischen Strukturelementen zusammenfassen.<\/p>\n<p>Ist ein milit\u00e4rischer Magical-Girl-Titel nun eine Evolution des Genres? Ich w\u00fcrde sagen: \u00bbNein!\u00ab Vielmehr zeigt \u00bbMagical Girl Spec-Ops Asuka\u00ab eine weitere Richtung auf, die das Genre nehmen kann. Die Geschichte best\u00e4tigt einmal mehr, welche vielseitigen Wege Genres gehen k\u00f6nnen wie zuvor in Ans\u00e4tzen in \u00bbMagical Girl Ore\u00ab oder \u00bbMagical Girl Site\u00ab. Auch&nbsp;\u00bbMagical Girl Spec-Ops Asuka\u00ab&nbsp;leiht sich Ideen wie den fortw\u00e4hrenden Kampf und die Zusammenarbeit mit dem Milit\u00e4r, h\u00e4lt jedoch in vielen Punkten an Altbew\u00e4hrtem fest. Die Kriegerinnen k\u00e4mpfen noch immer in niedlichen Kost\u00fcmen brutal und unverbl\u00fchmt gegen Schurken und Monster und dessen Story richtet sich an das erwachsene Publikum ebenso wie sich viele vorhergegangene Titel, an dem mutigen Schritt von \u00bbPuella Magi Madoka Magica\u00ab orientierten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genauso vielseitig wie Anime will auch die Anime-Kolumne sein, die sich Teilaspekte aus dem Kosmos herausnimmt und mit Witz analytisch auf dem Grund geht. 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