{"id":13622,"date":"2021-03-01T20:30:20","date_gmt":"2021-03-01T19:30:20","guid":{"rendered":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/2021\/03\/01\/anihabara-studie-2021-ein-blick-aufs-grosse-ganze-teil-3\/"},"modified":"2023-12-16T23:19:32","modified_gmt":"2023-12-16T22:19:32","slug":"anihabara-studie-2021-ein-blick-aufs-grosse-ganze-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/2021\/03\/01\/anihabara-studie-2021-ein-blick-aufs-grosse-ganze-teil-3\/","title":{"rendered":"Anihabara-Studie 2021 &#8211; Ein Blick aufs gro\u00dfe Ganze (Teil 3)"},"content":{"rendered":"<p><em>Soziologen, \u00d6konomen, Linguisten: Bei uns im Team mischt eine Menge wissenschaftlicher Expertise und Forschungsdrang mit. Hin und wieder nehmen wir die Dinge so genau, dass wir zur Beantwortung von Fragen, die uns interessieren, gemeinsam mit euch eine Befragung aufziehen. Das sind die Ergebnisse.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zwischen 11. M\u00e4rz 2019 und 14. M\u00e4rz 2019 haben wir eine Umfrage zum Thema \u00bbAnime-Streamingdienste in Deutschland\u00ab \u00fcber unseren Twitter-Kanal geteilt \u2026 und die Reaktionen darauf waren wirklich \u00fcberw\u00e4ltigend. 1044 Personen haben den Fragebogen gestartet und sogar 993 komplett ausgef\u00fcllt. Das entspricht einer Abbruchquote von gerade einmal 4.89 Prozent. In drei Artikeln verteilt auf drei Tage stellen wir euch nun endlich die Ergebnisse vor. Vorher wollen wir euch allerdings die Ergebnisse etwas einordnen:<\/p>\n<p>Das Jahr 2019 war nat\u00fcrlich ein anderes als 2021: Wakanim agierte mit sechs bis acht Titeln je Season gerade einmal anderthalb Jahre auf dem deutschen Streamingmarkt, Crunchyroll hatte Kaz\u00e9 (und somit Anime on Demand) noch nicht erworben, Amazon Prime Video lizenzierte noch selbst Anime f\u00fcr den Simulcast und aniverse war noch gar nicht geboren. Ebenfalls kommen Verzerrungen durch die Nutzung der Plattform Twitter zur Verbreitung an sich sowie die Accounts zustande, die den Tweet zur Umfrage geteilt haben. Die drei Account mit den meisten Followern waren hierbei Crunchyroll.de (13.661 Follower), Peppermint Anime (11.157 Follower) sowie KSM Anime (9.253 Follower), weshalb von einer Verzerrung zugunst von Crunchyroll auszugehen ist.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der soziodemografischen Merkmale setzt sich die Stichprobe zu 69.2 Prozent aus M\u00e4nnern, 29.2 Prozent aus Frauen und 1.6 Prozent Personen diversen Geschlechts zusammen. Der j\u00fcngste Teilnehmer war 12 Jahre alt, der \u00e4lteste 51 Jahre alt. Der Altersdurchschnitt betrug 23.5 Jahre. 18.1 Prozent der Befragten gaben an Sch\u00fcler zu sein, 18.8 Prozent Studenten, 13.8 Prozent in Ausbildung, 39.7 Prozent berufst\u00e4tig, 8.1 Prozent arbeitssuchend, 1 Prozent Hausmann\/Hausfrau sowie 0.4 Prozent Rentner:innen. Es schauen 41.5 Prozent t\u00e4glich Anime, gefolgt von 41.1 Prozent mehrmals in der Woche, 5.7 Prozent einmal pro Woche, 6.7 Prozent mehrmals pro Monat, 1.9 Prozent einmal pro Monat, 2.4 Prozent mehrmals im Jahr und 0.8 Prozent seltener.<\/p>\n<p><strong>Abbildung 1: Die Verteilung der soziodemografischen Merkmale in der Stichprobe im \u00dcberblick<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/studie0.png\" alt=\"Verteilung soziodemografischer Merkmale in der Stichprobe\" width=\"100%\" \/><\/p>\n<p><strong>Zu den weiteren Artikeln der Anihabara-Studie 2021:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Samstag, 27. Februar: <a href=\"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/2021\/02\/27\/anihabara-studie-2021-die-qual-der-anbieter-wahl-teil-1\/\">Anihabara-Studie 2021 &#8211; Die Qual der Anbieter-Wahl (Teil 1)<\/a><\/li>\n<li>Sonntag, 28. Februar: <a href=\"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/2021\/02\/28\/anihabara-studie-2021-wer-hat-angst-vor-m-illegalen-teil-2\/\">Anihabara-Studie 2021 &#8211; Wer hat Angst vor \u2019m Illegalen? (Teil 2)<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h4>Learning 6: Der typische Anime-Fan sammelt \u2026 und wer sammelt, ist eher weiblich.<\/h4>\n<p><em>geschrieben von Dimbula<\/em><\/p>\n<p>In der letzten Frage unserer Online-Erhebung fragten wir, aus welchen Produktkategorien Teilnehmer in den vergangenen 30 Tagen Produkte erworben haben. Spitzenreiter sind dabei Manga mit 61,2 Prozent, Videospiele japanischer Entwickler mit 39,9 Prozent und Anime-Discs mit 38,6 Prozent gefolgt von Anime-Figuren mit 22,1 Prozent und Light-Novel-B\u00e4nden mit 17,3 Prozent. Lediglich 17,3 Prozent der Befragten erwarben in den vergangenen 30 Tagen keine japanischen Medien oder Produkte mit Anime-Bezug. Zum Teil konnten wir auch geschlechterspezifische Unterschiede in den f\u00fcnf beliebtesten Kategorien nachweisen, zum Teil waren diese statistisch nicht signifikant genug, um den Zufall mit mindestens 95-prozentiger Sicherheit f\u00fcr unsere Stichprobe auszuschlie\u00dfen. Dass Frauen mehr Manga und Anime-Figuren als M\u00e4nner sammeln, stellten wir sogar mit an 100 Prozent grenzender Sicherheit fest \u2013 77,1 zu 54,8 Prozent beziehungsweise 32,2 zu 17,8 Prozent. Ebenso, dass Frauen seltener innerhalb von 30 Tagen keine japanischen Medien oder Produkte mit Anime-Bezug als M\u00e4nner kaufen \u2013 8,2 Prozent zu 21 Prozent. Die einzige Produktkategorie, aus der M\u00e4nner im Durchschnitt mehr Produkte als Frauen kauften, sind Videospiele japanischer Entwickler \u2013 41,7 Prozent zu 35,6 Prozent. Stellt man den Konsum von Sch\u00fclern, Studenten und Berufst\u00e4tigen gegen\u00fcber, zeigt sich in drei von f\u00fcnf der beliebtesten Kategorien, dass Sch\u00fcler am wenigsten und Berufst\u00e4tige am meisten Produkte erwarben. In der Produktkategorie \u00bbVideospiele japanischer Entwickler\u00ab erwarben Studenten am meisten und Sch\u00fcler am wenigsten und in der Produktkategorie \u00bbManga\u00ab Berufst\u00e4tige am meisten und Studenten am wenigsten. Wer t\u00e4glich Anime guckt, kauft im \u00dcbrigen nicht wesentlich mehr japanische Medien und Merchandise \u2013 am st\u00e4rksten fiel die Abweichung zum Durchschnitt bei Anime-Discs mit 5,2 Prozent sowie bei Light-Novel-B\u00e4nden mit 5,1 Prozent aus, bei Videospielen japanischer Entwickler mit 0,2 Prozent am geringsten.<\/p>\n<p><strong>Abbildung 2: Aus welchen der folgenden Produktkategorien hast du in den letzten 30 Tagen Produkte erworben?<\/strong><br \/><em>n <sub>gesamt<\/sub> = 1.001, n <sub>m\u00e4nnlich<\/sub> = 691, n <sub>weiblich<\/sub> = 292, n <sub>Sch\u00fcler<\/sub> = 181, n <sub>Student<\/sub> = 188, n <sub>berufst\u00e4tig<\/sub> = 397<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/studie6.png\" alt=\"Manga vs. japanische Games vs. Anime-Discs\" width=\"100%\" \/><\/p>\n<h4>Learning 7: Es gibt einen Online-Markt abseits von Simulcasts \u2026 und er ist gar nicht so klein.<\/h4>\n<p><em>geschrieben von Dimbula<\/em><\/p>\n<p>L\u00e4sst man ihnen die Wahl, ziehen 37,82 Prozent der Befragten eine deutsche Synchronfassung dem Originalton mit Untertiteln vor. Analog schauen 43,91 Prozent der Befragten mehr abgeschlossene Serien als Serien, die aktuell ausgestrahlt werden. Das ist selbstverst\u00e4ndlich zumindest in unserer Befragung (!) nicht die Mehrheit, aber gro\u00df genug, um deutsche Synchronisationen und \u00e4ltere Serien im Portfolio eines Streaminganbieters zu rechtfertigen oder sogar als Alleinstellungsmerkmal einen Fokus darauf zu legen, wie Netflix oder Anime on Demand es machen. Die Zahlen decken sich dabei in etwa mit dem, was wir in Gespr\u00e4chen mit Streaminganbietern erfuhren. Es f\u00e4llt allerdings auf, dass lediglich 30,86 Prozent der Studenten eine deutsche Synchronisation dem OmU vorziehen \u2013 analog bevorzugen 43,65 Prozent der Sch\u00fcler diese. Wir vermuten, dass das damit zusammenh\u00e4ngt, dass gerade \u00e4ltere Anime-Fans ohne ein breites Dub-Angebot aufwuchsen und wenn, dann mit hohem Zeitverzug und schwerer zug\u00e4nglich. Um die Frage aber wirklich zu kl\u00e4ren, w\u00e4ren Langzeitdaten n\u00f6tig. Das Geschlecht hat auf die Pr\u00e4ferenz keine Auswirkung. Eine weitere Erkenntnis: Wer t\u00e4glich Anime schaut, schaut weniger abgeschlossene Serien als der Durchschnitt \u2013 nur 33,57 Prozent schauen hier mehr abgeschlossene Serien als Serien, die gerade ausgestrahlt werden.<\/p>\n<p><strong>Abbildung 3: Simulcast vs. Binge-Watching, Dub vs. Sub<\/strong><br \/><em>n&nbsp;= 1.002<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/studie7.png\" alt=\"Sub vs. Dub | Simulcast vs. Binge-Watching\" width=\"100%\" \/><\/p>\n<h4>Learning 8: Wer Anime schaut, w\u00e4hlt seine Plattform nach bestimmten Serien aus, ist nicht zwangsl\u00e4ufig treu, jedoch relativ preisunempfindlich.<\/h4>\n<p><em>geschrieben von Dimbula<\/em><\/p>\n<p>Weiterhin haben wir den Werbeeffekt einzelner Titel allgemein, die Wechselbereitschaft sowie die Preissensibilit\u00e4t abgefragt: 73,46 Prozent der Befragten gaben an, ein Abonnement f\u00fcr eine Serie, die sie schauen m\u00f6chten, extra abschlie\u00dfen zu wollen, insgesamt 41,52 Prozent wechseln zwischen den Streamingdiensten, die sie abonniert haben, und 17,07 Prozent w\u00fcrden bei einer Erh\u00f6hung der monatlichen Kosten um einen Euro k\u00fcndigen. Bei Anime-Fans, die t\u00e4glich Anime schauen, zeigen sich diese Tendenzen sogar noch st\u00e4rker: 79,85 Prozent abonnieren Streamingdienste f\u00fcr einen bestimmten Titel, insgesamt 48,2 Prozent wechseln ihre abonnierten Dienste und blo\u00df 15,59 Prozent w\u00fcrden bei einer Preiserh\u00f6hung um einen Euro k\u00fcndigen. Ob diese Befunde nur f\u00fcr Anime-Fans gelten oder f\u00fcr Nutzer von Streamingplattformen im Allgemeinen, k\u00f6nnen wir nicht sagen. Daf\u00fcr w\u00e4re es n\u00f6tig, die Befragung mit letzteren noch einmal zu wiederholen. Wir k\u00f6nnen dennoch einen interessanten Schluss ziehen: Die mehrheitliche Bereitschaft unter unseren Befragten, f\u00fcr spezifische Serien Dienste zu abonnieren, gepaart mit der verbreiteten Praxis, die abonnierten Dienste zu wechseln, sorgt daf\u00fcr, dass Marktanteile vor allem abh\u00e4ngig von den lizenzierten Titeln stark schwanken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Abbildung 4: Werbeeffekte einzelner Titel, Wechselbereitschaft und Preissensibilit\u00e4t<\/strong><br \/><em>n&nbsp;= 1.002<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/studie8.png\" alt=\"Werbeeffekte, Wechselbereitschaft, Preissensibilit\u00e4t\" width=\"100%\" \/><\/p>\n<p><strong>Du willst selbst einen Blick in die Daten werfen? Den kompletten Datensatz zum Download findest du <a href=\"https:\/\/anihabara.de\/umfrageonline-1600053.csv\">hier<\/a>!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Soziologen, \u00d6konomen, Linguisten: Bei uns im Team mischt eine Menge wissenschaftlicher Expertise und Forschungsdrang mit. Hin und wieder nehmen wir die Dinge so genau, dass wir zur Beantwortung von Fragen, die uns interessieren, gemeinsam mit euch eine Befragung aufziehen. 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