{"id":11847,"date":"2017-03-15T17:53:18","date_gmt":"2017-03-15T16:53:18","guid":{"rendered":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/2017\/03\/15\/anime-kolumne-lightnovels-sind-oftmals-die-aufmerksamkeit-nicht-wert\/"},"modified":"2017-03-15T17:53:18","modified_gmt":"2017-03-15T16:53:18","slug":"anime-kolumne-lightnovels-sind-oftmals-die-aufmerksamkeit-nicht-wert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/2017\/03\/15\/anime-kolumne-lightnovels-sind-oftmals-die-aufmerksamkeit-nicht-wert\/","title":{"rendered":"Die Anime-Kolumne &#8211; Lightnovels sind oftmals die Aufmerksamkeit nicht wert"},"content":{"rendered":"<p><em>Genauso vielseitig wie Anime will auch die Anime-Kolumne sein, die sich Teilaspekte aus dem Kosmos herausnimmt und mit Witz analytisch auf dem Grund geht. Das Ergebnis ist dabei offen, interessant wird es aber allemal \u2013 wenn nicht, dann lasst es uns wissen. <\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo sind eigentlich die ganzen dunklen Gro\u00dfstadt-Science-Fiction-Lightnovels wie Shakugan no Shana mit ihren mysteri\u00f6sen Horror-Elementen und den ganzen \u00fcbernat\u00fcrlichen Kr\u00e4ften hin? Wie auch schon viele andere Trends zuvor wurde auch dieser Trend l\u00e4ngst abgel\u00f6st. Die darauffolgende zweite gro\u00dfe Welle an Lightnovels quillt nur so \u00fcber vor schr\u00e4gen Otaku-Klischees. Aber auch dieser Trend wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter sein Ende finden, bis dahin besch\u00e4ftigen wir uns in dieser Ausgabe der Anime-Kolumne damit, wie es dazu kam und warum diese Art von Lightnovels ein Armutszeugnis ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-11844\" style=\"float: right; margin-left: 2%;\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/232600.jpg\" alt=\"Record of Lodoss War\" width=\"40%\" srcset=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/232600.jpg 1430w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/232600-300x189.jpg 300w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/232600-1024x646.jpg 1024w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/232600-768x484.jpg 768w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/232600-1268x800.jpg 1268w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/232600-600x378.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1430px) 100vw, 1430px\" \/>Aber vorher: Was sind eigentlich Lightnovels? Lightnovels sind kleine, leicht zu lesende Romane, die mit Cover und Illustrationen im Anime-Stil ausgestattet auch Personen in ihren Bann ziehen, die Literatur ansonsten nicht mal mit der Kneifzange anfassen w\u00fcrden. Solche B\u00fccher gab es nat\u00fcrlich schon vorher, aber gerade in den 1990er-Jahren sahen sich viele Horror- und Science-Fiction-Autoren wie Kouhei Kadono in Japan dem Problem ausgesetzt, dass den traditionellen Roman-Verlagen die Geschichten zu bizarr waren. Kouhei Kadono schaffte es einige Jahre sp\u00e4ter, Boogiepop in Ascii Media Works\u2018 neugegr\u00fcndetem Label Dengeki Bunko zu ver\u00f6ffentlichen. Andere popul\u00e4re Titel zu der Zeit wie Record of Lodoss War oder Slayers profitierten vom Aufkommen der Pen-&amp;-Paper-Rollenspiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Boogiepop jedenfalls wurde kurze Zeit sp\u00e4ter als Anime adaptiert und brachte vielen Anime-Fans Lightnovels das erste Mal n\u00e4her. Gewisserma\u00dfen gab das Werk den Ton f\u00fcr die kommenden Jahre an. Es folgten \u00e4hnliche Geschichten wie The Garden of Sinners (1998), Kino\u2019s Journey (2000) oder Baccano (2003) von Durarara-Schreiber Ryougo Narita. Zu der Zeit hatte Nisioisin mit Zaregoto (2002) seinen Durchbruch. Sein Aush\u00e4ngeschild waren schon damals verworrene Dialoge, Wortspiele und Anspielungen auf andere popkulturelle Werke. Die Lightnovel-Industrie pr\u00e4gte er einige Jahre sp\u00e4ter allerdings mit einem anderen Werk \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-11845\" style=\"float: left; margin-right: 2%;\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Suzumiya.Haruhi.no_.Yuuutsu.full_.144969.jpg\" alt=\"Die Melancholie der Haruhi Suzumiya\" width=\"40%\" srcset=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Suzumiya.Haruhi.no_.Yuuutsu.full_.144969.jpg 1600w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Suzumiya.Haruhi.no_.Yuuutsu.full_.144969-300x185.jpg 300w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Suzumiya.Haruhi.no_.Yuuutsu.full_.144969-1024x632.jpg 1024w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Suzumiya.Haruhi.no_.Yuuutsu.full_.144969-768x474.jpg 768w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Suzumiya.Haruhi.no_.Yuuutsu.full_.144969-1536x948.jpg 1536w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Suzumiya.Haruhi.no_.Yuuutsu.full_.144969-1296x800.jpg 1296w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Suzumiya.Haruhi.no_.Yuuutsu.full_.144969-600x371.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/>Zun\u00e4chst aber dr\u00fcckte eine andere Lightnovel im Jahr 2006 ungewollt mit dem Erfolg seiner Anime-Adaption beiden Industrien seinen Stempel auf: Die Melancholie der Haruhi Suzumiya. Ohne Horror-Elemente, aber daf\u00fcr mit Charakteren, die sich und ihre Superkr\u00e4fte nicht so ernst nahmen, prangerte Nagaru Tanigawa die L\u00e4cherlichkeit von Anime und Manga an, die an Oberschulen spielen, indem er genau so eine Story erschuf, um sie dann durch den Kakao zu ziehen. Die Anime-Industrie hatte nun endg\u00fcltig Lightnovels f\u00fcr sich entdeckt. Gleichzeitig entstanden in den folgenden Jahren neue Lightnovels, die mit Anime-Klischees spielten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu diesem Trend trug der Erfolg der Lightnovel Bakemonogatari (2005) von Nisioisin bei, dessen Charaktere sich durch ihre mysteri\u00f6sen F\u00e4higkeiten immer wieder in klischeehaften Lagen wiederfanden und mit Otaku-Terminologie ihre Situation gegen\u00fcber dem Zuschauer metakommentierten. Bis heute z\u00e4hlt der Low-Budget-Anime, der 2009 vom bis dato hitserienlosen Studio Shaft folgte, zu den meistverkauften Anime-Discs. Die unz\u00e4hligen Meta-Lightnovels mit endlos langen Namen und der kleinen Schwestern als Charakter haben wir allerdings dem Erfolg von Ore no Imouto ga Konna ni Kawaii Wake ga Nai (2008) zu verdanken. Aus diesem Blickwinkel betrachtet sind Boku wa Tomodachi ga Sukinai (2009) und Saekano: How to Raise a Boring Girlfriend (2012) nahezu 1:1-Adaption von Oreimo.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-11846\" style=\"float: right; margin-left: 2%;\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/maxresdefault.jpg\" alt=\"Re:Zero\" width=\"40%\" srcset=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/maxresdefault.jpg 1920w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/maxresdefault-300x169.jpg 300w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/maxresdefault-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/maxresdefault-768x432.jpg 768w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/maxresdefault-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/maxresdefault-1422x800.jpg 1422w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/maxresdefault-600x338.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/>Trotzdem: Anime auf Basis von Lightnovels machen Season f\u00fcr Season nicht den gr\u00f6\u00dften Teil aus und auch nicht alle erfolgreichen Lightnovels <span style=\"text-align: justify;\">sind automatisch&nbsp;<\/span>Meta-Werke. Log Horizon (2010) von Mamare Touno hielt die Fahne des Fantasy- und Scifi-Genres hoch, Golden Time (2010) von Yuyuko Takemiya ist eine Liebeserkl\u00e4rung an alte Romanzen und generische Werke wie Sword Art Online (2009) gibt es auch noch. Letztere sind weder besonders sozialkritisch noch setzten sie sich mit Anime-Klischees auseinander. Sagte ich Sword Art Online? Da der Titel bis zum heutigen Tag weltweiten Ruhm einheimst, sind findige Lightnovel-Autoren nat\u00fcrlich auch auf diesen Zug aufgesprungen. Metazentrische Storys werden sp\u00e4testens seit der Fr\u00fchlingsseason 2016 und Publikumsliebling Re:Zero nun auch in abenteuerlichen Parallelwelten stattfinden \u2013 die hier zugrundeliegende Novel startete 2012.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wollten Autoren urspr\u00fcnglich also lediglich Anime-Klischees ins L\u00e4cherliche ziehen, erfreute sich diese Erz\u00e4hlart solch gro\u00dfer Beliebtheit, dass aus kritischer \u00dcberspitzung l\u00e4ngst Status Quo wurde. Bis dem letzten Fan diese Praktiken blutig aus den Ohren raush\u00e4ngen, werden uns Oberschulen, Anime-Humor und hohle Charakter-H\u00fclsen noch eine Weile begleiten. Mit diesen geistlosen Gestalten, die sich Charaktere schimpfen, werde ich jedenfalls in einer kommenden Ausgabe der Anime-Kolumne ein H\u00fchnchen rupfen und Madame Langatmigkeit kriegt sicher auch noch ihr Fett weg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genauso vielseitig wie Anime will auch die Anime-Kolumne sein, die sich Teilaspekte aus dem Kosmos herausnimmt und mit Witz analytisch auf dem Grund geht. 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