{"id":11370,"date":"2016-11-27T19:23:09","date_gmt":"2016-11-27T18:23:09","guid":{"rendered":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/2016\/11\/27\/anime-kolumne-was-soll-der-hype-um-ghost-in-the-shell\/"},"modified":"2023-11-03T17:48:48","modified_gmt":"2023-11-03T16:48:48","slug":"anime-kolumne-was-soll-der-hype-um-ghost-in-the-shell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/2016\/11\/27\/anime-kolumne-was-soll-der-hype-um-ghost-in-the-shell\/","title":{"rendered":"Die Anime-Kolumne &#8211; Was soll der Hype um Ghost in the Shell?"},"content":{"rendered":"<p><em>Genauso vielseitig wie Anime will auch die Anime-Kolumne sein, die sich Teilaspekte aus dem Kosmos herausnimmt und mit Witz analytisch auf dem Grund geht. Das Ergebnis ist dabei offen, interessant wird es aber allemal \u2013 wenn nicht, dann lasst es uns wissen.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-11365\" style=\"float: right; margin-left: 2%;\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits2.jpg\" alt=\"Ghost in the Shell - Batou\" width=\"40%\" srcset=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits2.jpg 1280w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits2-300x161.jpg 300w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits2-1024x550.jpg 1024w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits2-768x413.jpg 768w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits2-600x323.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/>Es mag Ausnahmen wie Edge of Tomorrow geben, aber mit wachsender Beliebtheit des Genre Anime als Ganzes werden auch in Zukunft immer wieder Filme mit Japanbezug in Hollywood aus dem Boden sprie\u00dfen. Hat uns doch Dragonball Evolution von Final Destination-Regisseur James Wong 2009 gezeigt, dass eine grunds\u00e4tzliche Skepsis an Realverfilmungen japanischer Vorlagen definitiv ihre Berechtigung hat. Was Rupert Sanders Ghost in the Shell angeht, so ist die Ausgangslage \u00e4hnlich: Ein prestigereiches, amerikanisches Medienunternehmen als Auftragsgeber und ein \u00e4hnlich ansehnliches, westliches Kreativteam als ausf\u00fchrendes Organ mit einer Menge Budget. Das, was den Film so besonders adaptierbar macht, liegt aber tiefer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-11366\" style=\"float: left; margin-right: 2%;\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits3.jpg\" alt=\"Ghost in the Shell - Puppet Master\" width=\"40%\" srcset=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits3.jpg 1280w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits3-300x161.jpg 300w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits3-1024x550.jpg 1024w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits3-768x413.jpg 768w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits3-600x323.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/>Ghost in the Shell (1995) und Akira (1988) waren ma\u00dfgeblich daf\u00fcr verantwortlich, dass man Anime in Japan und im Rest der Welt \u00fcberhaupt als Medium f\u00fcr Erwachsene ernst nahm. Selbst wir, die wir zu der Zeit noch dachten, Heidi w\u00e4re in Deutschland produziert worden, wurden auf den Film 1999 aufmerksam, als die US-amerikanische Elektro-Dance-Gruppe Wamdue Project mit ihrem Hit King of My Castle auf MTV und Viva mit <a href=\"https:\/\/youtu.be\/ZsAUx_SQYGE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einem Musikvideo<\/a> zusammengeflickt aus Szenen des Animationsfilms von Mamoru Oshii rauf und runter lief \u2013 quasi das bekannteste AMW aller Zeiten. Beide widmen sich demselben Thema: Nicht Herr im eigenen Haus zu sein \u2013 eine Theorie, die auf den deutschen Philosophen und Neurologen Sigmund Freud zur\u00fcckgeht, der erstmals die Theorie eines uns kontrollierenden Unterbewusstseins 1923 aufstellte \u2013 und ungewollt das Scifi-Genre bis heute pr\u00e4gte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-11367\" style=\"float: right; margin-left: 2%;\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits.jpg\" alt=\"Ghost in the Shell - Cloaking\" width=\"40%\" srcset=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits.jpg 1920w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits-300x165.jpg 300w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits-1024x563.jpg 1024w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits-768x422.jpg 768w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits-1536x844.jpg 1536w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits-1456x800.jpg 1456w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits-600x330.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/>Zu der Zeit war Ghost in the Shell in Anime-Kreisen nat\u00fcrlich in Deutschland schon bekannt \u2013 immerhin brachte Nipponart den Film bereits ein Jahr nach japanischer Erstausstrahlung hierzulande heraus, was f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse recht ungew\u00f6hnlich war. Im selben Jahr erschien mit Matrix (1999) \u00fcbrigens einer der wegweisendsten Filme des Sci-Fi-Genres und man sagt, seine Erfinder Larry und Andy Wachowski w\u00e4ren damals vor die Produktionsfirma getreten, h\u00e4tten ihnen Ghost in the Shell vorgespielt und gesagt: \u201eGenauso wollen wir es machen\u201c. Exakt so kam es nat\u00fcrlich nicht, aber selbst James Cameron lobte Masamune Shirows Manga \u2013 auf dem der Film basiert \u2013 als literarisch perfekt. In seinem sp\u00e4teren Werk Avatar (2009) war es den Menschen dann m\u00f6glich ihre Pers\u00f6nlichkeit auf K\u00f6rper einer fremden Spezies zu transferieren \u2013 irgendwie auff\u00e4llig, oder? Auch deswegen ist Ghost in the Shell bis heute kaum gealtert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-11368\" style=\"float: left; margin-right: 2%;\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/ghost-in-the-shell.jpg\" alt=\"Ghost in the Shell - Making of a Cyborg\" width=\"40%\" srcset=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/ghost-in-the-shell.jpg 1280w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/ghost-in-the-shell-300x162.jpg 300w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/ghost-in-the-shell-1024x554.jpg 1024w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/ghost-in-the-shell-768x415.jpg 768w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/ghost-in-the-shell-600x324.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/>Die Frage ist, wie viele westliche Kompromisse der Ghost in the Shell-Realfilm vertr\u00e4gt \u2013 und da bin ich guter Dinge: Die Rechte an der Umsetzung liegen immerhin bei Dreamworks, einem von Steven Spielberg gegr\u00fcndeten Studio. Dieser ist nicht nur gemessen an Einspielergebnissen der erfolgreichste Regisseur und Produzent aller Zeiten, sondern ein weiterer Fan des japanischen Scifi-Films wie er mit AI und Minority Report nur zu deutlich zeigte. Auch wenn <a href=\"https:\/\/youtu.be\/E_1-oylPHjs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Neuauflage<\/a> von Depeche Modes Enjoy the Silence (1990) von KI Theory wohl nicht jedem Fan von Kenji Kawais Original-Film-Soundtrack zusagt, so liegt die Entscheidung zumindest nahe den gr\u00f6\u00dften Hit der \u201ebeliebtesten Elektronikband aller Zeiten\u201c als Titelmusik f\u00fcr den Film zu nutzen. Gleichzeitig w\u00e4re es allerdings ein Riesenfehler den Kult-Track aus <a href=\"https:\/\/youtu.be\/-u77XdL8_B4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der Entstehungsszene<\/a> von Motokos Cyborg nicht zu verwenden. Nur akzeptiert das ein westliches Publikum?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-11369\" style=\"float: right; margin-left: 2%;\" src=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits4.jpg\" alt=\"Ghost in the Shell - Know your Limits\" width=\"40%\" srcset=\"https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits4.jpg 1280w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits4-300x161.jpg 300w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits4-1024x550.jpg 1024w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits4-768x413.jpg 768w, https:\/\/anihabara.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gits4-600x323.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/>Ich bin nicht so illusioniert zu glauben, dass ein Film mit diesem Budget sich nur an die Fans des Originals richtet, auch wenn das Team hinter Rupert Sanders zeigt, dass es die Liebe zu dem Ghost in the Shell teilt, welches sich wie ein roter Faden durch Amerikas Scifi-Filme zieht. Als Neuinterpretation zeigt der Realfilm, dass er das beherzigt, was seit Ghost in the Shell Anime lange Zeit ausmachte: Liebevolle Mechas vor imposanten Gro\u00dfstadtkulissen. Nun wird die Welt jedenfalls eine vierte Motoko zu sehen bekommen, die mal wieder die Grenzen der verschiedenen Medienformen aufzeigt, in der sie vorkommt. Keine, die wie im Anime-Film ihre eigene Existenz anzweifelt und nur f\u00fcr genau einen Teil interessant ist, noch eine spa\u00dfige, lachende Version wie im Manga, die f\u00fcr einige witzige Zwischenkapitel sorgt, und auch keine Mischung daraus wie in der Anime-Serie \u2013 geboren aus Zeit- und Geldfragen. Im Clash mit Blade Runner 2 n\u00e4chstes Jahr, dessen Vorg\u00e4nger 1982 ebenfalls das Genre pr\u00e4gte, wird sich dann jedenfalls zeigen, wer die Scifi-Hosen anhat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genauso vielseitig wie Anime will auch die Anime-Kolumne sein, die sich Teilaspekte aus dem Kosmos herausnimmt und mit Witz analytisch auf dem Grund geht. Das Ergebnis ist dabei offen, interessant wird es aber allemal \u2013 wenn nicht, dann lasst es uns wissen.<\/p>\n","protected":false},"author":100,"featured_media":20383,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"episode_type":"","audio_file":"","cover_image":"","cover_image_id":"","duration":"","filesize":"","date_recorded":"","explicit":"","block":"","filesize_raw":"","footnotes":""},"categories":[1000],"tags":[1063],"class_list":["post-11370","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-anime-column","tag-anime"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11370","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/100"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11370"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11370\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20393,"href":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11370\/revisions\/20393"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20383"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11370"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11370"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/anihabara.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11370"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}